Shopify, Shopware und WooCommerce lösen den eigenen Onlineshop gut, decken aber keine Warenwirtschaft ab. Bestandsführung über mehrere Lager, automatische Rechnungsstellung, DATEV-Export oder die Anbindung an Amazon und eBay bleiben Aufgaben für ein zusätzliches System. Welches System dazu passt, hängt stark vom gewählten Shopsystem ab.
Shopify: viele Apps, aber keine eigene Warenwirtschaft
Shopify selbst bietet nur eine einfache Lagerbestandsanzeige. Für Bestandsabgleich über mehrere Verkaufskanäle, automatisierte Buchhaltung oder Versandetiketten braucht es eine externe Lösung, die sich per API anbindet. Der App-Store bietet dafür eine große Auswahl, allerdings mit sehr unterschiedlicher Tiefe: Manche Apps kümmern sich nur um Versandlabels, andere um vollständige Auftragsabwicklung.
Für Shopify-Händler, die auch auf Amazon, eBay oder anderen Marktplätzen verkaufen, lohnt sich eine Warenwirtschaft, die den Shopify-Shop als einen von mehreren Kanälen behandelt, statt als Ausgangspunkt für alles Weitere.
Shopware: enge Integration möglich, aber shopware-spezifisch
Shopware-Händler finden mit Lösungen wie Pickware eine sehr tiefe Integration direkt im Shopware-Backend. Der Vorteil liegt in der nahen Verzahnung von Shop und Lager; der Nachteil zeigt sich, sobald weitere Vertriebskanäle hinzukommen, die außerhalb von Shopware laufen. Wer ausschließlich über Shopware verkauft, profitiert von dieser engen Kopplung. Wer zusätzlich Amazon, eBay oder Kaufland bedient, braucht eine Warenwirtschaft, die alle Kanäle gleichrangig verwaltet statt einen davon zu bevorzugen.
WooCommerce: flexibel, aber ohne festen Standard
WooCommerce ist ein WordPress-Plugin und entsprechend offen aufgebaut. Es gibt keine dominante Warenwirtschaftslösung, die sich als Standard etabliert hat, dafür viele einzelne Anbindungen unterschiedlicher Qualität. Für WooCommerce-Shops zählt deshalb besonders, wie stabil und aktuell die jeweilige API-Anbindung gepflegt wird, da WordPress-Updates gelegentlich Kompatibilitätsprobleme mit Drittanbieter-Plugins verursachen.
Worauf Sie unabhängig vom Shopsystem achten sollten
- Bestandsabgleich in Echtzeit über alle angebundenen Kanäle, nicht nur zwischen Shop und Lager.
- DATEV-Export und GoBD-konforme Archivierung, damit die Buchhaltung nicht separat aufgebaut werden muss.
- Skalierbarkeit für weitere Marktplätze, falls der Shop nicht der einzige Verkaufskanal bleiben soll.
- Deutscher Support, wenn technische Fragen schnell geklärt werden müssen.
Fazit
Die Wahl der Warenwirtschaft hängt weniger vom Shopsystem selbst ab als von der Anzahl der Verkaufskanäle, die Sie insgesamt bedienen. Verkaufen Sie ausschließlich über einen Shop, kann eine tief integrierte Lösung wie Pickware bei Shopware ausreichen. Sobald Amazon, eBay oder weitere Marktplätze dazukommen, zahlt sich eine kanalunabhängige Cloud-Warenwirtschaft aus, die Shopify, Shopware und WooCommerce gleichberechtigt neben den Marktplätzen anbindet.
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